Labrador Retriever: Steckbrief, Charakter & Haltung
Der Labrador ist seit Jahren die beliebteste Hunderasse in Deutschland – und das aus guten Gründen. Was die Rasse ausmacht, wo ihre Grenzen liegen und was viele beim Kauf nicht wissen.
Auf einen Blick
| Größe | 54–62 cm |
| Gewicht | 25–36 kg |
| Lebenserwartung | 10–12 Jahre |
| Ursprung | Kanada / Großbritannien |
| Verwendung | Jagdhund, Assistenzhund, Familienhund |
Charakter
Labradors sind freundlich, ausgeglichen und unkompliziert im Umgang mit Menschen und anderen Tieren. Sie sind weder übermäßig dominant noch ängstlich, lernen schnell und arbeiten gerne mit Menschen zusammen – weshalb sie die am häufigsten eingesetzte Rasse für Assistenz-, Rettungs- und Therapiearbeit sind.
Der Junghund ist allerdings eine andere Geschichte. Labradors bleiben bis zu drei Jahren in einer Welpen-ähnlichen Aufgedrehtheit – viel Energie, wenig Impulskontrolle, hohe Sprungfreude. Das überrascht viele Erstbesitzer, die einen ruhigen Familienhund erwartet haben.
Das Gewichtsproblem
Ein ehrlicher Punkt: Labradors neigen genetisch zu Übergewicht. Eine Studie der Universität Cambridge hat 2016 eine Mutation im POMC-Gen identifiziert, die bei einem erheblichen Teil der Rasse das Sättigungsgefühl beeinträchtigt.
Das bedeutet: Ein Labrador, der immer noch Hunger zu haben scheint, lügt nicht – er funktioniert genetisch anders. Portionskontrolle und das Messen von Futter sind bei dieser Rasse keine Übervorsicht, sondern Notwendigkeit. Übergewicht ist der häufigste Auslöser für die ohnehin rassebedingte Anfälligkeit für Gelenkprobleme.
Haltung
Labradors sind anpassungsfähig – Wohnung und Haus sind beide möglich, wenn die Bewegung stimmt. Sie sind Wasserhunde und schwimmen meistens leidenschaftlich gerne. Apportieren ist für die meisten eine Beschäftigung, die sie nie müde macht.
Das Fell ist kurz und pflegeleicht, haart aber regelmäßig. Ohren verdienen Aufmerksamkeit – die hängenden Ohren machen sie anfälliger für Ohrenentzündungen, besonders nach dem Schwimmen.
Gesundheit
Hüft- und Ellbogendysplasie sind die häufigsten orthopädischen Probleme – beim Kauf eines Welpen lohnt sich der Blick auf die HD-Papiere der Elterntiere. Dazu kommen Augenerkrankungen (Progressive Retinaatrophie) und die bereits erwähnte Neigung zu Übergewicht.
Für wen geeignet?
Einer der besten Hunde für Erstbesitzer, die aktiv sind und Zeit haben. Weniger geeignet für sehr ruhige Haushalte oder Personen, die einen kleinen, pflegeleichten Hund suchen.
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Pawblog Redaktion
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